Wer sind Peers? Und warum können Peergroups so bedeutsam sein?
Das aus dem Englischen stammende Wort „peer“ kann als seinesgleichen/ihresgleichen/gleichrangig/gleichgesinnt übersetzwerden. Eine Peergroup bezeichnet demnach eine soziale Gruppe aus Personen, den Peers, die sich in einem oder mehreren Kriterien ähnlich sind. Häufig wird diese Ähnlichkeit im Alter gesehen, wodurch Gleichaltrige oft als Peers bezeichnet werden. Peergroups können jedoch auch aufgrund von Ähnlichkeiten in anderen Kriterien, wie zum Beispiel ähnlichen biografischen Erfahrungen, beispielsweise dem Aufwachsen in der stationären Jugendhilfe, geschlechtlicher Identität oder Behinderungserfahrungen, bestehen. Hier ist also eher die Rede von Gleichgesinnten als Peers. Das Alter stellt in diesem Fall kein entscheidendes Kriterium dar.
Ein besonderes Merkmal von Peergroups ist der Austausch auf Augenhöhe, der auch als Peer-Support bezeichnet werden kann. Der Peer-Support ist eine Form der gegenseitigen Unterstützung, bei der Menschen in ähnlichem Alter oder mit ähnlichen Lebenserfahrungen ihre Geschichten, Fähigkeiten und Ressourcen teilen, um sich gegenseitig zu helfen, damit umzugehen und ihre Bedürfnisse, Rechte, Ziele und Wünsche in verschiedenen Situationen auszudrücken. Beispiele hierfür sind der Zugang zu Diensten, das Treffen von Entscheidungen oder die Teilnahme an Aktivitäten.
Peergroups sind insbesondere im Hinblick auf das Jugend- und junge Erwachsenenalter wichtige Erfahrungsräume, in denen Lern-, Bildungs- und Sozialisationsprozesse stattfinden. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Peergroups im Jugend- und jungen Erwachsenenalter stellen Peer-Ansätze in der (pädagogischen) Arbeit mit jungen Menschen einen wichtigen Unterstützungsansatz dar. Die Förderung der Kontakte sowohl unter Gleichaltrigen als auch unter Gleichgesinnten steht im Mittelpunkt.
Nachfolgend finden Sie einige Praxisbeispiele im Kontext von Peers als Gleichaltrigen als auch von Peers als Gleichgesinnten.